Nickeneck im Testlabor

Nickeneck testet …

HTC One X–Gesamturteil

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So, das TRND-Projekt zum HTC One X nähert sich dem Ende. Schade. Leider konnte ich mich in den letzten zwei Wochen nicht sehr intensiv um das Gerät kümmern, weil andere Dinge wichtiger waren.

In Kürze muss ich wahrscheinlich das Gerät wieder abliefern. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Alles in allem bin ich mit dem HTC One X sehr zufrieden. Hier nun meine Zusammenfassung und mein abschließendes Fazit:

Als überzeugter Nokia-Nutzer war ich natürlich gespannt, was mit dem HTC One X und dem System Android möglich ist.

Technische Daten

  • HTC One X Smartphone
  • Betriebssystem Android 4.0 (Ice Cream Sandwich)
  • Quad-Core-(4-Kern)-Prozessor NVIDIA Tegra3 mit 1.5 GHz Taktfrequenz
  • Abmessungen: ca. 134 mm x 70 mm x 9 mm
  • Gewicht: ca. 130 Gramm
  • Display: 4,7-Zoll (11,8 cm) Touchscreen aus kratzfestem Glas
  • Arbeitsspeicher 1 GB
  • Interner Speicher: 32 GB (keine Erweiterungsmöglichkeit durch microSD- oder andere Speicherkarten!)
  • Energieversorgung: Lithium-Ionen, Kapazität 1800 mAh, aufladbar über micro-USB-Anschluss
  • Verbindungen: GSM- und UMTS-Netze (Quad-Band)
  • WLAN nach IEEE 802.11 a/b/g/n
  • Bluetooth 4.0
  • PC-Verbindung über mitgeliefertes micro-USB-Kabel
  • Wiedergabe von diversen Audio- und Videoformaten (.aac, .amr, .m4a, .mid, .mp3, .wmv, .avi, Audible-Hörbücher etc.)
  • Preis: UVP 599,00 EUR / ab ca. 500,00 bis 550,00 EUR aktueller Marktpreis (ohne Vertrag, Stand 21.05.2012, z.B. bei Amazon.de)

Verarbeitung / Optik / Haptik

In der Preisklasse des HTC One X erwarte ich eigentlich ein Smartphone in Luxusausführung, nicht nur bei der Technik. Das kann das HTC One X nur bedingt erfüllen.
Das Gerät liegt wunderbar in der Hand und macht einen soliden Eindruck. Das Display vermittelt einen edlen Eindruck, da es praktisch die gesamte Frontseite einnimmt. Ebenso wirkt beim neuen Gerät die Rückseite aus mattiertem Kunststoff hochwertig. Lediglich das Auge der Kamera steht etwas aus dem Gehäuse hervor und dieser Gnubbel sieht etwas komisch aus. Leider führt das dazu, dass auf der Linse oft Fingerabdrücke den Durchblick erschweren.
Die Kunststoffrückseite sieht nach knapp vier Wochen nicht mehr neu aus. Zu schnell zeigen sich die ersten Gebrauchsspuren in Form von Kratzern oder Flecken – es sei denn man wäscht sich jedes mal vor Gebrauch die Hände.
Durch die flache Bauweise ist das HTC One X einfach unterzubringen – in der Hosentasche, in der Hemdtasche, im Sakko oder einfach nur in der Hand. Es trägt nirgends auf und ist damit unauffällig zu verstecken.

Bedienung / Touchscreen

Der Trend geht ganz klar zum Touchscreen. Das HTC One X bietet ein Display mit einer Diagonale von ca. 11,8 cm. Dank der Glasoberfläche ist die Darstellung klar und deutlich und mit satten Farben. Lediglich draußen (z.B. im direkten Sonnenlicht) ist das Display teilweise schlecht ablesbar und spiegelt sehr stark.
Die Bedienung des Touchscreen ist leichtgängig und präzise. Auf Grund der Displaygröße ist die Ein-Hand-Bedienung mit dem Daumen etwas schwierig, da nicht das gesamte Bedienfeld erreicht werden kann.
Leider sind die Wippschalter für laut/leise an der Seite etwas schlecht platziert oder zu leichtgängig, denn schon bei der kleinsten Berührung oder beim Festhalten wird so die Klingeltonlautstärke verstellt.

Telefon- und Kalenderfunktionen

Die Grundfunktion eines Smartphones ist das mobile Telefonieren. In meinem Fall funkte das Telefon im E-Plus-Netz. Die Verbindungseigenschaften waren durchweg gut, auch wenn mein bisheriges Nokia gerade im ländlichen Gebiet einen Tick verbindungsfreudiger war. Die Verständigung war durchweg sehr gut und klar. Es gab keine der bei Nokia üblichen Echos. Auch konnte ich kein Scheppern oder Verzerren feststellen.
Das integrierte Telefonbuch bietet die Speicherung von allen wichtigen Daten (Anschrift, Rufnummern, Geburtstagen etc.) In den Kontakten hinterlegte Geburts- und Jahrestage werden automatisch im Kalender angezeigt und die Adressen stehen für die Navigationslösungen zur Verfügung.
Die Synchronisation mit dem PC (hier MS Outlook) war mit dem kostenlosen Tool HTC Sync möglich. Allerdings sind hier kaum Einstellmöglichkeiten vorhanden. Auch die Überprüfung der synchronisierten Objekte ist scheinbar nicht möglich.

Apps

Mit Google Play werden für Android eine unüberschaubare Anzahl von Applikationen für die unter-schiedlichsten Einsatzzwecke angeboten. Leider fällt es bei dem riesigen Angebot schwer, die richtige App auch zu finden. Hier wäre weniger vielleicht mehr und Qualität für den Anwender besser als Quantität. Zumal für das jeweilige Szenario unzählige gleichartige Apps angeboten werden, muss man sich erst mühsam durch die Anwenderbeurteilungen kämpfen um dann meist doch die App wieder zu deinstallieren. Ich möchte mit dem Gerät effektiv arbeiten und nicht sinnlos nach Apps suchen.

Kamera

Das HTC One X verfügt über zwei Kameras. Die Hauptkamera auf der Rückseite des Gerätes hat eine Auflösung von 8 Megapixeln. Das ist für eine Handykamera mehr als ausreichend. Große Wunder darf man aber nicht erwarten, dazu sind die durch die Bauweise vorgegebenen Beschränkungen z.B. hinsichtlich der optischen Bauteile einfach nicht in der Lage. Wer ‚richtige‘ Fotos machen möchte greift doch lieber zur digitalen Spiegelreflex- oder Kompaktkamera mit optischem Zoom. Für Schnappschüsse oder ‚das Foto zwischendurch‘ ist das HTC One X jedoch gut geeignet. Bei ausreichenden Lichtverhältnissen schießt das HTC One X sehr gute Bilder. Allerdings ist das Bildrauschen bei dunkleren Objekten bzw. im Dämmerlicht sehr stark. Da kann auch der Blitz nicht viel helfen.
Die Frontkamera besitzt mit ca. 1,3 Megapixeln eine über das übliche VGA-Format weit hinausgehende Auflösung.

Die Kamera bringt eine Reihe von Zusatzfunktionen und Bildprogrammen mit:

  • Verzerrungen, Farbfilter etc. können direkt bei der Aufnahme gewählt und das Ergebnis als Vorschau im Display überprüft werden.
  • Aufnahme von Full-HD-Videos (1080p) in einer Auflösung von bis zu 1920 x 1080 Pixeln)
  • Möglichkeit von Schnappschüssen während der Videoaufzeichung bzw. beim Abspielen von Videos
  • Standortinformationen werden über das GPS-Modul in die Fotodateien hinterlegt

Das HTC One X kann im Alltag als gute Schnappschuss-Kamera sehr gut mithalten. Die Kamera ist sehr schnell einsatzbereit, so dass wirkliche Schnappschüsse nicht erst ‚vorbereitet‘ werden müssen. Ein Tipp auf das Symbol und in ca. 2 Sekunden kann fotografiert werden. Auch die Bildwiederholrate ist sehr gut – bis zu vier Serienbilder sind pro Sekunde möglich. Da kann sich manche Kompaktkamera verstecken.
Ein gutes Gimick ist der automatische Upload auf den Dropbox-Speicher. Foto geschossen – automatisch hochgeladen ‚ und schon auf dem normalen PC verfügbar. So fällt das mitunter mühselige Kopieren mit einem USB-Kabel.

Navigation

Dank des integrierten GPS-Moduls kann das HTC One X auch als Ersatz für ein portables Navigationssystem genutzt werden. Die Empfangseigenschaften des GPS-Moduls sind sehr gut. Die aktuelle Position wird auch im Vergleich mit einem herkömmlichen PNA sehr schnell und sehr genau ermittelt. Die Routenführung über Google-Maps funktioniert einfach und problemlos und vor allem zielgenau. Lediglich die mangelhafte Offline-Navigation ist mir ein Dorn im Auge. Gerade in Funklöchern oder bei langsamer Datenverbindung können die Kartenbestandteile nicht schnell genug heruntergeladen werden. Es gibt zwar Unmengen an kostenpflichtigen Navigations-Apps. Hier bietet mir aber mein bisheriger finnischer Hersteller eine vollwertigere und komfortablere Lösung an ‚ und das auch noch kostenlos.

Multimedia

Das HTC One X ersetzt auch den bisherigen MP3-Player. Das Gerät bringt einen einfach zu bedienende Mediaplayer mit.
Unterstützt werden alle gängigen Medienformate (z.B. WMV, MP3, M4A, OGG, WAV u.a.). Mit einer zusätzlichen App können sogar Hörbücher im Audible-Format sehr komfortabel verwaltet und wiedergegeben werden.
Die Klangqualität der mitgelieferten In-Ear-Hörer überzeugt sicherlich HiFi-Experten nicht, für den Unterwegs-Hörer bietet das HTC One X aber eine Klangfülle, die durchaus ihresgleichen sucht. Dank der integrierten Klangoptimierung ‚Beats Audio‘ lässt sich der Klang individuell an die Bedürfnisse des Hörers anpassen. Klare und deutliche Höhen und wummernd Bässe machen dadurch einen satten Sound.
Leider ist es nicht ganz einfach, das HTC One X an über ein Audiokabel mit 3,5mm-Klinkenstecker an ein Autoradio anzuschließen. Das Kabel lässt sich einfach nicht ganz in die vorgesehen Buchse einstecken. Eine Möglichkeit über einen eingebauten FM-Transmitter direkt auf das Autoradio zu überspielen, fehlt ebenfalls.

Sonstiges / Zusammenfassung

Das HTC One X ist fast ein Alleskönner. Ich würde es als Zwischending zwischen einem Mobiltelefon und einem Tablet-PC bezeichnen. Der schnelle Prozessor bietet eine Leistung und Geschwindigkeit, die ein einfaches Arbeiten für hohe Ansprüche möglich macht. Das wirkt sich aber auch auf dem Energiehunger aus, nahezu täglich muss das Smartphone an die Ladebuchse.
Mit den beiden letzten Softwareupdates (aktuell ist die Version 1.29.401.11 auf dem Gerät installiert) hat sich das anfängliche Akkuproblem etwas relativiert. Unklar ist, ob es an der Software liegt oder daran, dass sich der Akku “eingearbeitet” hat – jedenfalls komme ich momentan fast immer über anderthalb Tage. Vielleicht liegt das aber auch nur daran, dass ich das Gerät nicht so ausgiebig genutzt habe.

Alles in allem ein durchaus empfehlenswertes Gerät. Allerdings sollte man sich auf Grund des Preises durchaus überlegen, ob man das Teil wirklich braucht.

Bewertung
Positiv:
+ großes helles Display
+ schneller Prozessor für schnelles Arbeiten
+ 8 MP-Kamera mit vielen Funktionen
+ sehr flache und kompakte Bauform
+ sehr viele Apps verfügbar

Negativ:
– wird beim Laden sehr warm
– Akkulaufzeit nur begrenzt
– fest verbauter Akku, der sich nicht tauschen lässt
– kein Speicherkartenslot für Erweiterungen
– Bildrauschen bei schlechten Lichtverhältnissen

Für mich ein "Nice to have", aber kein "Must have". Mir ist das Gerät einfach zu teuer, weshalb die Entscheidung gefallen ist, mir das HTC One X käuflich vorerst nicht zu erwerben.

Im Vergleich zu meinem “offiziellen” Nokia N8 – falls man die beiden Geräte überhaupt miteinander vergleichen kann – kommt es am Ende zu einem unentschieden. Beide Smartphones haben ihre Vor- und Nachteile.

Das war das! Best wishes.

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Written by Nickeneck

21. Mai 2012 um 17:52

Veröffentlicht in Telekommunikation

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